Growth Unit · intern

Road to 50k

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05 · Kreativstrategie

Das Systemvideo

Ein Film ohne eine einzige Person im Bild, der einem Inhaber im Outdoor Living in anderthalb Minuten zeigt, wie eine Anfrage durch sein Haus läuft, wo sie hängen bleibt und was das im Jahr kostet. Grundlage: die Analyse eines Wettbewerbsfilms und das gebaute System aus Seite 2.

Analysiert: Werbefilm salesby.de, 2:28, Hochformat, gefunden in der Meta-Werbebibliothek · Auswertung über 37 Zeitschnitte und 33 Szenenwechsel

Referenzanalyse

Zehn Handgriffe, die der Wettbewerbsfilm sauber beherrscht

Der Film wechselt im Schnitt alle drei bis fünf Sekunden zwischen Mensch und Grafik, über 2:28 also rund fünfunddreißig Mal. Diese Taktung ist der eigentliche Motor. Alles andere ist Handwerk, und das lässt sich benennen.

01
Freigestellter Sprecher über eigenem Hintergrund

Der Sprecher ist ausgeschnitten und über eine unscharfe Fassung derselben Location gelegt. Sauber gemacht, aber für uns gegenstandslos: Unser Film kommt ohne Person aus. Das Prinzip dahinter, Tiefe durch versetzte Unschärfeebenen, übernehmen wir trotzdem, nur eben für Oberflächen statt für Menschen.

entfällt
02
Zwei Bildwelten im harten Wechsel

Warme Location für den Menschen, kühles Weißblau für jede Oberfläche, immer hart auf den Schnitt. Bei uns wird daraus der Wechsel zwischen Papierfläche und Nachtbild. Der Rhythmus entsteht aus dem Wechsel, nicht aus Musik.

übernehmen
03
Oberflächen sitzen in einem Beitragsrahmen

Jede Grafikszene steckt in einem angedeuteten Social-Beitrag mit Avatar, Handle, Uhrzeit und Reaktionssymbolen. Im Feed wirkt der Film dadurch wie ein Beitrag und nicht wie Werbung.

nur für Ads
04
Ein Mauszeiger mit Namensschild

Ein Cursor mit Namensfähnchen fährt durch fast jede Oberflächenszene, wie in einem geteilten Dokument. Winziges Detail, große Wirkung: Es sieht aus, als arbeite gerade jemand darin.

übernehmen
05
Genau ein Signalfarbton

Auf der blauweißen Fläche ist Rot die einzige zweite Farbe, ausschließlich für Statusmarken wie eine lange zurückliegende Aktivität. Ein Akzent, der deshalb jedes Mal trifft.

übernehmen
06
Drei Schriftregister in einem Bild

Gesperrte Versalien in einem dünnen Rahmen, darunter eine große Kursive, daneben eine kleine handschriftliche Notiz mit Pfeil. Die Mischung macht Texttafeln lebendig, ohne dass Bewegung nötig wäre.

übernehmen
07
Der einzige dunkle Moment gehört der Zahl

Für das Ergebnis wechselt der Film auf Schwarz mit blauem Bodenverlauf und feinem Raster. Weil es der einzige dunkle Moment ist, trägt er die Betonung ganz allein.

übernehmen
08
Ein langsam drehendes Markenobjekt

Ein isometrischer Marken-Badge mit weichem Volumenlicht, zweimal im Film, immer an einem Kapitelübergang. Funktioniert als Interpunktion und als Wiedererkennung.

später
09
Nie alles auf einmal

Erst die Tonspur, dann Zeile für Zeile eine Liste, dann das Zitat. Jeder Reveal bekommt seinen eigenen Takt. Das Auge kommt nie in die Lage, etwas zu überspringen.

übernehmen
10
Der Zoom ist das Argument

Von der Übersicht auf eine einzelne Karte, und erst in der Nahaufnahme erscheint die rote Marke. Die Kamerabewegung führt die Beweisführung, statt sie zu illustrieren.

übernehmen
Der strukturelle Befund

Der Film ist keine Anzeige, sondern ein Fallstudienfilm hinter einem Klick. Der letzte Bildschirm der Aufnahme zeigt den Eintrag in der Werbebibliothek samt Aufforderung, sich die Fallstudie zu sichern. Zweieinhalb Minuten funktionieren nur, weil der Zuschauer sich vorher aktiv dafür entschieden hat. Für kalten Verkehr braucht es eine kurze Fassung, und die ist ein eigenes Stück Arbeit, kein Ausschnitt.

Abgrenzung

Was wir bewusst nicht übernehmen

Drei Dinge, die wir anders machen

Erfundene Beispieldaten. Der Referenzfilm zeigt Karten mit ausgedachten Nummern und runden Beträgen. Wer genau hinschaut, erkennt Attrappen. Wir haben ein echtes Konto, und das ist der einzige Vorteil, den ein Wettbewerber nicht nachbauen kann.

Die Wortwahl. Begriffe wie automatisiert, Tracking oder Verantwortlichkeit stehen dort im Bild. Nach der Wortzählung in Abschnitt 05 sind genau die im Gespräch mit dieser Zielgruppe verbrannt.

Die Machart eins zu eins. Ein Film, der aussieht wie der eines Wettbewerbers, arbeitet für dessen Wiedererkennung. Wir nehmen die Technik und bauen eine eigene Handschrift darauf.

Der Satz, den nur wir sagen können

„Alles, was Sie hier sehen, ist ein echtes Konto. Kein Beispiel."

Das ist die kreative Achse des gesamten Films. Sie zwingt uns zur Anonymisierung, sie zwingt uns zur schriftlichen Freigabe des Referenzkunden, und sie ist jede Minute davon wert. Denn sie verwandelt die Produktdemo in eine Beweisführung.

Voraussetzung: die offene Aufgabe aus Abschnitt 17, Nennungsfreigabe und Bereinigung der Altlasten im Konto, bevor die Zahlen ins Bild gehen.

Die Kernidee

Der Dienstagmorgen

Der Film erzählt nicht, was ein CRM kann. Er erzählt einen Dienstagmorgen im Mai, an dem vierzig Anfragen offen sind. Einmal so, wie es heute ist. Und einmal so, wie es aussieht, wenn ein System darunter liegt.

Warum dieser Rahmen und kein anderer

Ein Inhaber kauft kein System, er kauft das Ende eines wiederkehrenden Gefühls. Der Dienstagmorgen im Mai ist dieses Gefühl: Saison, das Telefon läuft, das Angebot von letzter Woche ist noch nicht raus, und niemand weiß, wie viele es waren. Der Film beginnt und endet an derselben Stelle, einmal im Chaos, einmal geordnet. Alles dazwischen ist die Begründung.

Der Bogen in fünf Akten, 90 Sekunden

0–8s
Der Haken

Eine Zahl, die niemand erwartet, und die aus einem echten Konto stammt. Kein Logo, kein Sprecher, kein Name. Nur die Zahl und ihre Konsequenz.

8–32s
Der Weg einer Anfrage

Eine einzelne Anfrage läuft von links nach rechts durch das Haus. Sechs Stationen. An jeder wird sichtbar, was heute von Hand passiert und was passieren könnte.

32–56s
Der Blick von oben

Die Kamera zieht auf und zeigt das Board: wie viele Angebote offen sind, welche seit wann liegen, wie viel Volumen darin steckt. Der Moment, in dem aus einem Gefühl eine Zahl wird.

56–76s
Die Rechnung

Fünfzehn Prozent mehr abgeschlossene Angebote, auf seine eigenen Zahlen gerechnet. Der einzige dunkle Bildabschnitt des Films.

76–90s
Derselbe Dienstagmorgen

Zurück an den Anfang, gleiche Kameraposition, gleiche Uhrzeit, anderes Bild. Ein Satz, eine Adresse, Schluss.

Motion-System

Die Regeln, nach denen sich alles bewegt

Farbe

Papier#F7F7F4Grundfläche aller Oberflächen
System#184F95alles, was das System tut
Liegengeblieben#D03B3Bnur Stillstand, nichts sonst
Ertrag#EB6834nur wo Geld entsteht
Nacht#12120Fausschließlich Akt 4

Rot und Orange treten im ganzen Film nie gleichzeitig auf. Wo Rot war, wird Orange, das ist die Dramaturgie in zwei Farben.

Bewegungsgrammatik

RegelBegründung
Anfragen kommen von links, Angebote gehen nach rechts, Geld fällt nach unten.Jede Bewegungsrichtung bedeutet immer dasselbe. Nach zwanzig Sekunden liest der Zuschauer Richtung, ohne nachzudenken.
Nichts bewegt sich ohne Auslöser im Bild.Karten wandern nicht, weil ein Keyframe es sagt, sondern weil davor sichtbar etwas passiert ist. Sonst wirkt es wie ein Bildschirmschoner.
Ein Reveal, dann 1,2 Sekunden Ruhe.Die häufigste Schwäche in Produktfilmen ist zu dichte Staffelung. Lieber ein Element weniger als zwei zu schnell.
Einblendungen 320 ms, Listenversatz 180 ms, Kamerafahrten mindestens 900 ms.Weiche Beschleunigung am Anfang, harter Stopp am Ende. Nie linear, nie federnd.
Der Zoom fährt nur dorthin, wo gleich das Argument steht.Wenn der Zoom ins Leere führt, verliert er beim nächsten Mal seine Wirkung.
Höchstens ein Element pro Bild ist in Bewegung.Gilt nicht für Hintergrundraster und Grundflächen, sondern für alles, was Bedeutung trägt.

Typografie

Eine einzige Grotesk für den ganzen Film, in drei Rollen: gesperrte Versalien für Stationsnamen, halbfett für Zahlen, normal für Fließtext. Genau eine Kursive im ganzen Film, im Schlussbild. Wer die Ausnahme zweimal benutzt, hat keine mehr.

Das Skript

Fünfundneunzig Sekunden, ohne eine einzige Person im Bild

Die Grundentscheidung, getroffen am 18. August

Kein Sprecher vor der Kamera und keine Sprecherstimme. Der Film wird vollständig von Typografie, Bewegung und Ton getragen. Das hat drei Folgen, die den Aufwand senken und die Qualität heben.

Weniger Wörter, längere Standzeiten. Lesen dauert länger als Hören. Jede Tafel trägt höchstens neun Wörter, und nach jedem Reveal steht das Bild mindestens 1,4 Sekunden still. Wer Sprechertext eins zu eins in Bildtext übersetzt, produziert Textwüsten.

Der Ton übernimmt die Führung. Was vorher die Stimme geleistet hat, leisten jetzt zweiundzwanzig Einzelgeräusche und die Pausen dazwischen. Stille wird zum dramaturgischen Mittel, nicht zur Lücke.

Die Produktion läuft ohne Termine. Keine Location, kein Drehtag, keine Abstimmung. Der Film entsteht vollständig aus Code und Klang und ist damit jederzeit änderbar, auch nachdem er live ist.

Alle Zahlen stammen aus dem Referenzkonto und stehen in Abschnitt 18. Die Spalte Ton nennt das Geräusch, das exakt auf diesen Bildmoment fällt.

00:0001 · Kaltstart5 s
Bild

Schwarzfläche. Zwei Sekunden nichts. Dann eine einzelne Zeile, gesperrte Versalien, klein, mittig.

Auf dem Schirm

SIEBEN VON ZEHN ANFRAGEN
KOMMEN NACH FEIERABEND

Ton

Tiefer Sub-Impuls auf das Erscheinen. Danach absolute Stille bis zum Schnitt.

Motion

Aufblendung 320 ms, kein Move. Halten 2,6 s. Die Stille davor ist Absicht, sie erzeugt den Blick.

00:0502 · Die Konsequenz6 s
Bild

Harter Schnitt auf Papierfläche. Eine Uhr, der Zeiger springt von 17:00 auf 21:40. Darunter fallen drei Anfragekarten ein und bleiben liegen.

Auf dem Schirm

Und liegen bis zum nächsten Morgen.

Ton

Zeigersprung als trockener Tick. Drei Karteneinschläge, jeder minimal anders, damit es nicht nach Kopie klingt.

Motion

Karten fallen 180 ms versetzt mit kurzer Federung. Zeiger mit leichtem Überschwingen.

00:1103 · Die Kategorie5 s
Bild

Reine Textkarte auf Papierfläche, keine Grafik. Zwei Zeilen, die zweite deutlich größer und halbfett. Unten klein die Wortmarke.

Auf dem Schirm

Wir beraten nicht.
Wir bauen das System.

Ton

Ein einzelner, warmer Klick auf die zweite Zeile. Sonst nichts.

Motion

Ersetzt die frühere Sprechereinstellung. Zeile eins erscheint, 700 ms Pause, dann Zeile zwei. Die Pause dazwischen ist die ganze Aussage.

00:1604 · Der Weg beginnt6 s
Bild

Weiße Fläche, feines Raster. Links entsteht eine Karte und wandert nach rechts entlang einer Linie mit sechs Haltepunkten, fünf davon noch grau.

Auf dem Schirm

1 · ANGEKOMMEN
Verantwortlicher · Frist

Ton

Tiefes, kurzes Gleitgeräusch unter der Fahrt. Ein heller Tick beim Einrasten an Station 1.

Motion

Fahrt 900 ms mit Bewegungsunschärfe. Blauer Punkt pulst einmal, dann Ruhe.

00:2205 · Wo es heute kippt7 s
Bild

Karte an Station 2. Ein Hörersymbol, dreimal ein Klingelzeichen, jedes Mal blasser. Dann kippt die Karte und färbt sich rot.

Auf dem Schirm

2 · NICHT ERREICHT
verschwindet im Telefon

Ton

Drei entsättigte Klingeltöne, jeder leiser. Dann ein dumpfer Fall auf das Kippen. Danach eine Sekunde vollständige Stille.

Motion

Kippen um 4 Grad in 260 ms, danach Einfärbung. Der einzige Moment im Film, in dem etwas ohne Ziel wegrutscht.

00:2906 · Dieselbe Stelle mit System8 s
Bild

Rücklauf: Die rote Karte fährt zurück auf Station 2 und wird wieder weiß. Diesmal erscheinen darunter drei blaue Marken nacheinander.

Auf dem Schirm

Tag 0 · Nachricht
Tag 1 · zweiter Versuch
Tag 3 · dann Wiedervorlage

Ton

Rücklauf als kurzes Bandstottern. Drei aufsteigende Ticks für die Marken, kleine Terz. Das ist der Hoffnungsmoment und der einzige aufsteigende Ton im Film.

Motion

Rücklauf 600 ms mit Zeitrafferruckeln. Marken 180 ms versetzt. Danach 1,4 s Ruhe.

00:3707 · Durchlauf6 s
Bild

Die Karte läuft zügig über Station 3 bis 5. Bei jeder klappt ein Detail auf und wieder zu.

Auf dem Schirm

3 · TERMIN
4 · AUFMASS
5 · ANGEBOT RAUS

Ton

Drei gleiche Ticks in dichterer Folge. Das Tempo im Ton zieht mit dem Bild an.

Motion

500 ms je Station. Der Zuschauer soll spüren, dass es rollt.

00:4308 · Der Blick von oben8 s
Bild

Die Kamera zieht auf. Aus der Linie wird ein Board mit vielen Karten. Der eben gezeigte Weg leuchtet kurz nach.

Auf dem Schirm

ANGEBOT RAUS · 27
OFFEN · 531.370 €

Ton

Breites Auszugsgeräusch mit Raumhall, das einzige Mal Hall im Film. Darunter ein feines Ticken, während die Zahl hochzählt.

Motion

Auszug 1200 ms, weich beschleunigt, harter Stopp. Zähler 800 ms.

00:5109 · Die unangenehme Nahaufnahme7 s
Bild

Zoom auf eine einzelne Karte. Erst am Ende der Fahrt erscheint die rote Marke. Dahinter unscharf weitere Karten mit demselben Rot.

Auf dem Schirm

Angebot · 18.400 €
41 Tage ohne Bewegung

Ton

Leiser, gespannter Aufzug während des Zooms. Trockener Impuls, wenn die rote Marke erscheint. Dann Stille.

Motion

Zoom 900 ms. Marke mit 200 ms Verzögerung. Standbild 1,8 s.

00:5810 · Umschlag in die Nacht5 s
Bild

Harter Schnitt auf Schwarz mit blauem Bodenverlauf und feinem Raster. Der einzige dunkle Abschnitt.

Auf dem Schirm

Was wäre bei
15 % mehr Abschlüssen?

Ton

Der Ton fällt für 400 ms fast auf null. Dann ein tiefer, langer Anschlag.

Motion

Kein Übergang. Der Bruch im Ton ist der Übergang.

01:0311 · Der Margenmoment14 s
Bild

Vier Zeilen bauen sich auf, Zahlen rechtsbündig. Details im Abschnitt darunter.

Auf dem Schirm

Auftragswert 20.000 €
im Jahr 20
Marge 10 %
──────────────────
+15 % +6.000 €

Ton

Vier gleiche, trockene Ticks für die Zeilen. Feines Ziehen für die Trennlinie. Warmer, voller Ton für die Ergebniszahl, das klanglich hellste Ereignis im Film.

Motion

Zeile 320 ms, dazwischen 900 ms. Ergebnis in Orange mit 600 ms Zähler.

01:1712 · Die Gegenüberstellung6 s
Bild

Die Orangezahl bleibt oben. Darunter fährt eine zweite, kleinere Zahl ein.

Auf dem Schirm

+6.000 € jedes Jahr
Aufbau einmalig 6.900 €

Ton

Ein einzelner, tiefer Setzton für die kleinere Zahl. Kein Effekt, keine Betonung. Die Zahlen tun die Arbeit.

Motion

Von unten einfahren, 400 ms. Kein Vergleichsbalken, keine Waage.

01:2313 · Derselbe Dienstagmorgen8 s
Bild

Zurück auf die Papierfläche, exakt die Kadrierung aus Einstellung 04. Alle Karten einsortiert, drei tragen einen blauen Punkt.

Auf dem Schirm

Dienstag, 7:40 Uhr
Drei Anrufe heute. Zusammen 47.000 €.

Ton

Der Raumteppich kommt zum ersten Mal deutlich hoch und trägt allein. Keine Effekte.

Motion

Kein Move. Die einzige Kursive des Films. Nach 2 s blendet alles bis auf die Wortmarke ab.

01:3114 · Schluss4 s
Bild

Wortmarke auf Papierfläche, darunter eine Zeile und die Adresse.

Auf dem Schirm

Growth Unit
Wir bauen das System,
in dem Ihr Vertrieb arbeitet.

Ton

Ausklang des Raumteppichs über 3 s auf null. Kein Schlussakzent.

Motion

Standbild, keine Animation auf der Wortmarke. Nach dem Tempo davor ist Stillstand die stärkste Setzung.

Wenn später doch eine Stimme dazu soll

Der Film ist so gebaut, dass er ohne Stimme vollständig funktioniert, und das ist der Normalfall, weil im Feed ohne Ton geschaut wird. Falls für die Verwendung im Erstgespräch später eine Stimme gewünscht ist, lässt sie sich nachträglich darüberlegen, ohne dass ein Bild geändert werden muss. Die Standzeiten sind bereits so bemessen, dass ein gesprochener Satz hineinpasst. Erzeugt wird sie dann über ElevenLabs, nicht vor der Kamera.

Kernszene

Der Margenmoment im Detail

Diese vierzehn Sekunden entscheiden über den Film. Sie sind gleichzeitig die Szene, die im Erstgespräch live nachgestellt wird, siehe die Rechnung in Abschnitt 04. Wer den Film gesehen hat, kennt die Choreografie, wenn Valentin sie im Gespräch wiederholt.

SekundeWas erscheintWarum genau so
0,0Zeile 1 mit Auftragswert, Zahl rechtsbündigRechtsbündige Zahlen bauen eine Spalte auf. Das Auge weiß ab jetzt, wo das Ergebnis stehen wird.
1,2Zeile 2, Stückzahl im JahrErst der Wert, dann die Menge. Die Multiplikation entsteht im Kopf des Zuschauers, nicht auf dem Schirm.
2,4Zeile 3, die MargeDer heikelste Wert. Er steht bewusst allein, damit der Zuschauer widersprechen kann. Widerspruch ist hier erwünscht, er erzeugt Beteiligung.
4,0Trennlinie zieht sich von links nach rechts600 ms. Klassische Rechenhandlung, jeder kennt sie vom Papier.
5,0Ergebniszeile in Orange, Zähler läuft hochDer Zähler ist wichtiger als die Endzahl. Hochzählen heißt: es sammelt sich an.
7,0Alles hält. Nichts bewegt sich.Vier volle Sekunden Standbild. Die längste Ruhe im ganzen Film, an der Stelle mit der höchsten Bedeutung.
11,0Kleine Fußzeile blendet auf: konservativ gerechnetNimmt dem skeptischen Zuschauer den Einwand ab, bevor er ihn formulieren kann.
Die Regel für alle Zahlen im Film

Jede Zahl im Bild stammt entweder aus dem Referenzkonto oder ist als Annahme gekennzeichnet. Die Marge ist eine Annahme und muss als solche im Bild stehen. Sobald die offene Aufgabe aus Abschnitt 17 erledigt ist, wird sie durch den echten Wert ersetzt. Ein Film, dessen Zahlen im Gespräch nicht standhalten, richtet mehr Schaden an als gar kein Film.

Produktion

Was gebaut wird, und was dadurch entfällt

Zwei Gewerke statt vier

Ohne Person im Bild fallen Location, Drehtag, Licht, Kamera, Freistellung und die gesamte Terminabstimmung weg. Übrig bleiben Oberflächen und Ton. Beides entsteht am Rechner, beides ist jederzeit änderbar, auch nachdem der Film live ist.

GewerkUmfangAnmerkung
Oberflächen in RemotionFünf Bausteine: Karte, Stationslinie, Board, Nahaufnahme, Rechenblock. Dazu zwei Texttafeln.Werte als Parameter. Ein zweiter Film für einen anderen Kunden ist damit Konfiguration, keine Neuproduktion.
TonZweiundzwanzig Einzelgeräusche plus ein sehr leiser Raumteppich.Über ElevenLabs erzeugt, in ffmpeg gemischt. Jedes Geräusch hängt an einem Bildmoment, nichts läuft dekorativ mit.
DatenauszugAnonymisierte Werte aus dem Referenzkonto.Namen ersetzt, Beträge unverändert. Wird als Datei archiviert, damit die Zahlen später belegbar bleiben.
UntertitelEntfällt.Es gibt keinen gesprochenen Text. Der gesamte Inhalt steht ohnehin im Bild, damit ist der Film von Haus aus barrierefrei und feedtauglich.
MarkenobjektoptionalEin langsam drehender Badge an einem Kapitelübergang.Higgsfield. Reine Kür, blockiert nichts. Erst nach der ersten funktionierenden Fassung.

Die Qualitätsschicht, die den Unterschied macht

Ohne Person im Bild trägt die Oberfläche allein. Damit sie nicht flach wirkt, sind sechs Dinge nicht verhandelbar:

MittelUmsetzung
Drei Bildebenen mit ParallaxHintergrundraster, Karten, Vordergrundmarken bewegen sich bei jeder Fahrt unterschiedlich schnell. Ohne das sieht jede Kamerafahrt nach Diaschau aus.
Ein Lichtmodell für allesLicht von oben links. Jede Karte bekommt zwei Schatten, einen harten Kontaktschatten und einen weiten weichen. Niemals nur einen.
Frostglas statt VollflächeÜberlagernde Elemente mit Hintergrundunschärfe und dünner heller Oberkante. Das erzeugt Materialität ohne Textur.
BewegungsunschärfeAuf jeder Fahrt über 400 px pro Sekunde. Remotion rendert das nicht von allein, es muss gesetzt werden.
Federphysik beim LandenKarten kommen mit leichtem Nachschwingen zur Ruhe, Dämpfung so gewählt, dass genau ein Überschwinger sichtbar ist. Zwei wirken verspielt, keiner wirkt tot.
Feine Körnung über allemSehr leichtes Rauschen auf der Gesamtausgabe. Nimmt den Flächen das Digital-Tote und verhindert Streifenbildung in den Verläufen.

Reihenfolge

1
Animatik der Kurzfassung, grau, mit Ton

Sechs Einstellungen im finalen Timing, noch ohne Politur. Hier entscheidet sich, ob der Bogen ohne Stimme trägt. Korrekturen kosten an dieser Stelle noch nichts.

2
Ton final für die Kurzfassung

Die Geräusche werden gegen die Animatik gelegt und einzeln nachgezogen. Erst wenn Bild und Ton zusammen funktionieren, wird gestaltet.

3
Qualitätsschicht auf die Kurzfassung

Ebenen, Licht, Glas, Unschärfe, Federung, Körnung. Erst jetzt, weil jede Änderung davor doppelte Arbeit bedeutet hätte.

4
Erweiterung auf den Hauptfilm

Die restlichen acht Einstellungen nutzen dieselben Bausteine. Ab hier ist es Fleißarbeit, keine Gestaltung mehr.

Schnittfassungen

Vier Fassungen aus einem Dreh

FassungLängeEinsatzAufbau
Der Hauptfilm90 sWebsite, Erstgespräch, nach dem Cold Call per MailAlle vierzehn Einstellungen wie oben.
Die Kurzfassung30 sKalter VerkehrEinstellung 01, 02, 05, 09, 11, 14. Nur der Haken, das Leck und die Zahl. Kein Weg, keine Stationen.
Der Margenmoment allein15 sWiederansprache, Erinnerung vor dem TerminNur Einstellung 10 bis 12. Funktioniert ohne Kontext, weil die Rechnung selbsterklärend ist.
Der Weg allein25 sNach dem Erstgespräch, als Beleg für den UmfangEinstellung 04 bis 08. Zeigt die Leistung, verkauft nicht.
Die Reihenfolge der Produktion

Zuerst die Kurzfassung bauen, nicht den Hauptfilm. Dreißig Sekunden zwingen zur Entscheidung, welche einzige Aussage trägt. Wenn die Kurzfassung funktioniert, ist der Hauptfilm eine Erweiterung. Umgekehrt entsteht fast immer ein zusammengestrichener Langfilm, dem man das Kürzen ansieht.

Offen, bevor produziert wird

Erstens die Freigabe des Referenzkunden für die Verwendung anonymisierter Zahlen. Zweitens die Marge, sonst steht die Kernszene auf einer Annahme. Bis sie vorliegt, wird mit zehn Prozent gebaut und im Bild als Annahme gekennzeichnet.

Entschieden am 18.08.: Der Film kommt ohne Person aus. Kein Sprecher im Bild, keine Sprecherstimme. Alles wird von Typografie, Bewegung und Ton getragen. Damit entfällt jeder Drehtag, und die Produktion läuft vollständig aus Code und Klang.